Der Fall spricht für sich

Charlotte, eine Frau Anfang 40, hat auf Grund einer Stoffwechselerkrankung starke Schmerzen in allen Gelenken. Das Gehen fällt ihr seit Monaten schwer. Der Schmerz lähmt ihren Körper, den Geist, die Psyche.

Doch sie macht sich auf den Weg und begegnet einer Therapeutin mit ihrem Pferd. Charlotte liebt Pferde, bisher waren sie ihr aber zu groß und unberechenbar. Diesmal ist es anders. Durch die Anleitung lernt sie die Sprache des Tieres zu verstehen und erfährt, dass das Pferd umgekehrt in noch höherem Maße die Körpersprache der Menschen liest. Sie striegelt die schöne Schimmelstute, spricht mit ihr, fühlt im Winter das dicke Fell. Wie es duftet! Die Pferde sind das ganze Jahr mit der Herde auf der Koppel. Jede Woche ist sie als Patientin dort. Sie führt das Tier über den Parcours. Manchmal bleibt es stehen, läuft keinen Schritt weiter, will nicht über die große Wippe gehen, auf der Mensch und Tier gemeinsam Platz haben.

Das sind die Schlüsselmomente, in denen sie durch die Reaktion des Tieres mitgeteilt bekommt, dass die Körpersprache nicht eindeutig signalisiert, was im nächsten Moment passieren soll. Das Pferd spürt wohl sehr deutlich die Anstrengung und Erschöpfung der jungen Frau. Die Therapeutin beobachtet aus der Ferne, wie das Verhalten und die Körpersprache des Menschen durch das Tier widergespiegelt werden. Im Gespräch werden die Eindrücke besprochen und künftige Therapiestunden geplant. Weiterlesen