„Bei der Arbeit mit Tieren ist eben nicht alles planbar…“

Anfang Juni war es wieder soweit! Trotz verschiedener Beschränkungen konnte das Seminar der Studierenden des Bachelor-Studienganges Soziale Arbeit von der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena stattfinden. In ihrem Modul „tiergestützte Arbeit“ besuchen die Studierenden verschiedene Einrichtungen und Vereine, die genau dies tun. Und so durften auch wir wieder zeigen und erfahrenlassen, was so eine Tier-Begegnung mit den Menschen macht.

Doch zu allererst ging es im gemeinsamen Austausch um die Theorien hinter der tiergestützten Arbeit – um Tierschutz, Tierethik und darum, wie die tiergestützte Intervention wirkt. Es kam z.B. auch die Frage auf, wieso wir mit den Tieren und der Natur so zerstörerisch umgehen, wenn wir doch eigentlich „das Lebende“ so lieben…?

Nach diesem kurzen theoretischen Exkurs durften beide Gruppen unsere verschiedenen Tierarten begrüßen, um ihre ganz individuellen Einsatzmöglichkeiten und Charaktereigenschaften kennen zulernen.

In die Praxis ging es dann bei den Pferden. Für uns war interessant zu beobachten, wie unterschiedlich die Herde auf unsere Gäste reagierte. Bei der ersten Gruppe war die gesamte Herde noch relativ zurückhaltend und die Studierenden konnten sich in Beobachtung üben und erste kleine Annäherungen erleben. Lucie zeigte dann außerdem noch, wie so eine tiergestützte Arbeit vom Boden aus aussehen kann. Bei der zweiten Gruppe waren die Pferde von Anfang an sehr neugierig und auch etwas aufdringlich. So mussten wir uns kurzerhand auf unseren abgezäunten Reitplatz zurückziehen, um den Pferden genügend Raum zu lassen. Dabei drängelten sich Peppi und Santana mit auf den Platz – anscheinend wollten diese unbedingt zeigen, was sie können. Bei der Arbeit mit Tieren ist eben nicht alles planbar und man muss spontan agieren können. So konnten alle, die wollten, die Möglichkeit ergreifen und sich selbst im sanften Führen eines Pferdes üben.

So unterschiedlich die beiden Gruppen waren, bekamen wahrscheinlich trotzdem alle einen ähnlichen Eindruck davon, wie feinfühlig Pferde doch sind und wie wichtig es ist, einen geeigneten Rahmen für die Mensch-Tier-Begegnung zu schaffen. Einige konnten an sich selbst spüren, wie man durch das Tier gespiegelt wird und mit sich selbst auf ganz besondere Art und Weise in Kontakt kommt. Auch wenn es schwierig ist, die Vielfältigkeit unserer Arbeit in ein paar Stunden zu verpacken, waren die Studierenden sehr angetan von unserer Arbeit. Manche spielen mit der Idee nach dem Studium selbst tiergestützt zu arbeiten; andere wollten gerne noch mal wiederkommen. Wir sind sehr dankbar und froh die Möglichkeit zu haben, Menschen mit unserer Arbeit zu inspirieren und Impulse für die Zukunft zu setzen. Auf eine hoffentlich noch lang anhaltende Zusammenarbeit mit der EAH Jena und Prof. Martin Geisler, der dies alles organisiert. Wir hatten ein wunderschönes Wochenende – danke euch allen, die dabei waren!

– verfasst von Ida

 

Ein Reitzelt für alle Fälle

Unsere Angebote und Tierbegegnungen finden seit Jahren bei jedem Wetter im Freien statt. Das kann sehr reizvoll sein im wahrsten Sinne des Wortes. Bei Wind, Regen und Schnee ist es manchmal ziemlich ungemütlich. Aus diesem Grund möchten wir rechtzeitig vor dem nächsten Herbst ein Reitzelt erwerben und aufstellen. Die Baugenehmigung ist vorhanden.
SpikeAus eigenen finanziellen Mitteln können wir uns diesen Wunsch nicht erfüllen. Wenn Sie uns unterstützen möchten, spenden Sie bitte unter dem Kennwort „Reitzelt“ auf unsere unten genannte Kontoverbindung. An dieser Stelle schon mal ein herzliches Dankeschön für ihre Unterstützung. Beim Tag der offenen Tür im nächsten Jahr können wir es Ihnen hoffentlich präsentieren.

Gasthof Ilchmann in Oberroßla spendet 570 Euro an den Camsin e.V.

Max Ilchmann kommt einmal in der Woche im Rahmen eines Praktikums zu uns. Auf unserem großen Gelände inmitten von Natur und Tieren hilft Max bei der Pferdeversorgung, begleitet die Hunde auf ihren Spaziergängen und mistet Kleintierställe aus. Besonders gerne sammelt er Brennholz, von dem jede Menge gebraucht wird, um den Pausenwagen gemütlich warm zu heizen.

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Familie Ilchmann betreibt den Gasthof Ilchmann Volkshaus Oberroßla und spendete dem Camsin e.V. Anfang Februar 570,00 Euro. Dieses Geld wird mit für den Bau eines befestigten Weges verwendet. So sollen zukünftig auch Menschen mit Gehbehinderungen und Rollstuhlfahrer die Angebote des Vereines nutzen können.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Familie Ilchmann.

(D)Ein Pferd als Dein Spiegel

Seminar mit Kirsten Bruchhäuser

vom 28. – 30.06.2013 und vom 13. – 15.09.2013

Pferde sind besondere Tiere, sie üben auf sehr viele Menschen eine
magische Anziehungskraft aus. Oft ist uns nicht bewusst, was uns so
beeindruckt an diesen Wesen.

Pferde haben einen wesentlichen Anteil an der Menschheitsentwicklung. Sie
dienten als Nahrung und als Transporttiere, es wurden Handelswege mit ihnen
möglich und viele Kriege wären ohne Pferde nicht gewonnen worden. Sie sind
Arbeitsmittel, Sportgerät oder Partner und Freund oder dienen als
Statussymbol. Sie spielten und spielen überall auf der Welt eine Rolle. Der
Mensch ist seit Jahrtausenden eng mit dem Pferd verbunden. Diese archaischen
Ursprünge regen sich heute in vielen Menschen, denn Pferde sind Natur, bieten
Raum für Rückzug vom stressigen Alltag, für Abenteuer und Freiheitsdrang und
mahnen uns zur inneren Einkehr. Sie zeigen uns auch, wo wir Zivilisationsmüll
mit uns tragen, unsere „Mäntelchen“ zum Schutz übergeworfen haben und nicht
mehr wir selbst sind. Pferde reagieren instinktiv, frei und authentisch. Sie
spiegeln unser tiefstes Inneres, zeigen unsere Stärken und Lernpotentiale. Sie
kommunizieren immer eindeutig.

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Der Fall spricht für sich

Charlotte, eine Frau Anfang 40, hat auf Grund einer Stoffwechselerkrankung starke Schmerzen in allen Gelenken. Das Gehen fällt ihr seit Monaten schwer. Der Schmerz lähmt ihren Körper, den Geist, die Psyche.

Doch sie macht sich auf den Weg und begegnet einer Therapeutin mit ihrem Pferd. Charlotte liebt Pferde, bisher waren sie ihr aber zu groß und unberechenbar. Diesmal ist es anders. Durch die Anleitung lernt sie die Sprache des Tieres zu verstehen und erfährt, dass das Pferd umgekehrt in noch höherem Maße die Körpersprache der Menschen liest. Sie striegelt die schöne Schimmelstute, spricht mit ihr, fühlt im Winter das dicke Fell. Wie es duftet! Die Pferde sind das ganze Jahr mit der Herde auf der Koppel. Jede Woche ist sie als Patientin dort. Sie führt das Tier über den Parcours. Manchmal bleibt es stehen, läuft keinen Schritt weiter, will nicht über die große Wippe gehen, auf der Mensch und Tier gemeinsam Platz haben.

Das sind die Schlüsselmomente, in denen sie durch die Reaktion des Tieres mitgeteilt bekommt, dass die Körpersprache nicht eindeutig signalisiert, was im nächsten Moment passieren soll. Das Pferd spürt wohl sehr deutlich die Anstrengung und Erschöpfung der jungen Frau. Die Therapeutin beobachtet aus der Ferne, wie das Verhalten und die Körpersprache des Menschen durch das Tier widergespiegelt werden. Im Gespräch werden die Eindrücke besprochen und künftige Therapiestunden geplant. Weiterlesen