„Sultan“ brach den Bann – Zwei Thüringer Selbsthilfegruppen waren bei Camsin zu Gast

Zur Sommersonnenwende, am 20. Juni 2015 begrüßten uns auf dem Freigelände am Südhang vom Ettersberg nördlich von Weimar Heidrun Klingelhöfer und „Ihre“ Frauen vom Camsin-Team.  Diese Verabredung wurde nach meinem privaten Besuch zum „Tag der offenen Tür 2014“ für die Regionalgruppe Thüringen von Pro Retina e. V. und der SHG „Aspis im Erwachsenenalter-Jena“ (Menschen mit Asperger Autismus)  in großer Vorfreude von mir getroffen. Warum?  Beim ersten Elterntag der SHG „Eltern von autistischen Kindern/Jugendlichen“ im Juni 2014 hat der Haflinger Sultan mit seinem zutraulichen und stillen Wesen, dem breiten Rücken und den dicken Backen mich sofort als Freundin gewonnen. Sultan hat keinen Turban, aber vier Beine und gehört zur Pferdeherde, die völlig natürlich auf dem weitläufigen Gelände lebt und Menschen wie mir, die sinneseingeschränkt sind, emotionale Brücken zur belebten Natur bieten. Der umfunktionierte rote Bauwagen auf der obersten Terrasse bot uns acht Besuchern und dem Camsin-Team, einen windgeschützen Raum für Imbiss und erste Gespräche, wobei ich auch  Simulationsbrillen zum „Erleben von z. B. der Makula-Degeneration“ verteilt habe. Bei Sonnenschein konnten wir Gäste  ab 13 Uhr unter fachkundiger Anleitung Streicheleinheiten an Pferde, Ziegen  und Meerschweinchen verteilen.

20150620_132927 (1)

Noch einmal nahmen wir in einer Runde Platz. Diesesmal auf Kissen am Boden im Inneren der mongolischen Jurte- einem ganz besonderem Ort! Dort fand jeder, der mochte,  Mittels Karten sein Krafttier, wie Panther, Schildkröte oder Ratte, was wiederum zu interessanten Gesprächen führte. Länger als geplant, waren wir Gast und  können von diesem Tag zehren. Dem CAMSIN-Team wünsche ich guten Zuspruch, besonders am Samstag, den 5. September 2015 ab 11 Uhr zum Tag der offenen Tür und viele „Ameisen-Patenschaften“ (s. Link auf der Startseite)!  Der Beitrag wurde geschrieben von Gudrun Uhlig, Jena im Namen der thüringer Regionalgruppe von Pro Retina e. V. (Internet: www.pro-retina.de)  und lieben Freunden aus Weimar, Jena und Ronneburg sowie Großschwabhausen, die als „Guggis“ sehend Dietmar und mir halfen oder  trotz ihren autistischen Zügen unsere  Runde merklich bereicherten.

Mitschnitte:

Winterpferd

Das ist Alfa bei minus 15°C, Nachts waren es unter minus 20°C. Robuste Pferde mit dickem Winterfell übestehen die Temperaturen in Freilandhaltung gut, vorausgesetzt sie haben immer etwas zu fressen und Windschutz. Wir füttern mehrmals täglich Heu und Stroh, ansonsten steht noch überständiges Gras auf der Wiese, auch Moos kratzen sie sich unterm Schnee hervor.

Mitgliederversammlung

Am 25.01.12 fand unsere Mitgliederversammlung statt. Wir legten Rechenschaft über unsere  pädagogische und therapeutische  Arbeit und die vielen Dinge drumherum im letzten Jahr ab, legten unseren von einem unabhängigen Rechnungsprüfer geprüften Finanzbericht vor, besprachen unsere Zukunftspläne und nahmen drei neue Mitglieder auf :-). Vielen Dank liebe Susanne fürs Protokoll schreiben, wir senden es noch allen Mitgliedern zu.

Jacobskreuzkraut

Erfahrungsbericht  zum Jacobskreuzkraut

Das Jacobskreuzkraut enthält die hochgiftigen Pyrrolizidinalkaloide (PA), die sich in der Leber anreichern und ab einer gewissen Menge zum Tod führen. Pferde sind empfindlicher als Rinder. Sie ist in der Schweiz anzeigepflichtig, da sie u.U. auch humangefährdend ist. Leider bleibt das Gift auch in Heu und Silage erhalten.
Wir sind 2009 zum ersten Mal  auf die Pflanze aufmerksam geworden und haben damals ca. 15 kg möglichst mit Wurzel aus dem Boden gezogen, was nicht immer gelang. Ausgraben wäre die sicherere Variante, doch vom Arbeitsumfang fast nicht machbar. Herbizide dürfen auf naturschutzrelevanten Flächen nicht zum Einsatz kommen. 2010 war es ein Vielfaches und 2011 war es nicht weniger, vor allem im Spätsommer sieht man dann den Umfang der Ausbreitung. Bei unseren fast täglichen Kontrollen standen immer wieder neue Pflanzen in Blüte. JKK bevorzugt kalkreiche, nährstoffarme Böden und va. Flächen die nicht regelmäßig gemäht werden. Unsere Fläche wird ganzjährig extensiv mit Rindern und Pferden beweidet, Nachmahd erfolgt nur in Form von Entbuschung, da sonst alles was im Sommer stehen bleibt im Herbst und Winter gefressen wird.
JKK wächst neben Johanniskraut und Rainfarn, die ihr auf Entfernung beide ähneln. Also muss man schon wirklich mit einem genauem Blick über seine Flächen gehen .
Wir haben bemerkt, dass immer mal eine Pflanze verbissen wurde – wissen nun nicht genau ob von den Rindern oder Pferden. Das kann aus Neugier sein und ich hoffe dass die Tiere einen gesunden Instinkt haben. Dieser schützt die Tiere allerdings auch nur so lange, wie genug Futter auf der Fläche steht. Wird es knapp und müssen die Tiere auf Pflanzen zurückgreifen die sie sonst stehen lassen würden, werden sie auch das Jacobskreuzkraut fressen.
Mittlerweile sehen wir an vielen Orten JKK stehen, manchmal ziehen wir es gleich aus, was uns natürlich nicht in Größenordnungen möglich ist.

Es ist wichtig, dass die Pflanze auch in Deutschland anzeigepflichtig wird und alle Heuproduzenten angehalten werden ihre Flächen zu prüfen – denn im Heu und in der Silage ist es für die Tiere  nicht mehr als giftig zu erkennen. Ich denke alle Betroffenen sollten Augen und Ohren offen halten, die TLL in Jena (für Thüringen)  sowie das zuständige LWA und befreundete Tierhalter informieren, damit die Verbreitung flächendeckend eingedämmt werden kann.

nähere Infos unter www.jacobskreuzkraut.de 

Evelyn Franke
aktualisiert Januar 2012

Nach und Nach

Nach und nach werden wir die Seiten vervollständigen, seid bitte nachsichtig mit uns, da wir dafür erst nach Feierabend oder an den Wochenenden Zeit haben und diese Arbeit Neuland für uns ist.