Wortmeldung von Evelyn Franke zum aktuellen persönlichen Befinden und zur Vereinssituation

Liebe Camsin-Freundinnen und Freunde sowie Kolleginnen und Kollegen im Psychosozialen und Jugendhilfe-Bereich Weimar, liebe Anteil nehmenden Menschen, dies ist keine alltägliche Wortmeldung, da der Anlass, zum Glück, ebensowenig alltäglich ist.

Ich möchte mich nun, nachdem eine Woche nach dem 24./25.11.16 vergangen ist, bei allen bedanken, die die beiden ungewissen Tage Anteil genommen haben und mit ihren Gedanken bei mir und meinen Angehörigen waren.
Für meine Familie war es ein böses Märchen mit Happy End, sie waren sehr stark und haben an mich geglaubt. Sie waren handlungsfähig und haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, mich zu finden. Danke lieber Thomas und lieber Eric, liebe Denise für deinen Beistand; ich weiß, das war ein hartes Wochenende auch für dich. Danke meinen Eltern und Geschwistern. Meine Kolleginnen sind über sich hinaus gewachsen und haben innerhalb kürzester Zeit ein Krisenmanagement erstellt, sie haben die Polizei so früh wie möglich von der Ernsthaftigkeit der Situation überzeugt und dann Tag und Nacht gearbeitet, beraten, zur Verfügung gestanden,

immer wieder mit meiner Familie gesprochen und mir Kraft und gute Energie geschickt. Danke liebe Evi und liebe Heidrun für eure Klugheit, die Situation schnell richtig einzuschätzen und euer großartiges Management in der Krise, ihr habt Führungsqualität bewiesen. Danke liebe Katrin, Petra, Nelli – ihr haltet die Stellung für unsere Tiere; danke Karina und Annelie für euer selbstloses Helfen, danke liebe Erika für die so wichtige Büroarbeit und Uwe und Marcus für’s Rücken frei halten eurer Frau und Mutti Evi; danke an Jörg, der einmal mehr auf seine Heidrun verzichten musste. Danke allen Klienten, die sich Gedanken machten, da waren, geredet haben, sich bei mir gemeldet haben. Danke allen Freunden und Bekannten, die sich selber auf die Suche gemacht haben, danke Jaqueline für die Unterstützung meiner Familie während der ungewissen Zeit – da warst du einfach für sie da mit deiner positiven Energie , danke liebe Ute Fechter und danke deinen Schülern, danke Kirsten Bruchhäuser in Meuselko und Judith, die guten Geister waren immer bei mir! Großen Dank den vielen vielen Einsatzkräften und Entscheidungsträgern, den Rettungshundestaffeln, die alles in ehrenamtlicher Arbeit leisten, danke Frank und Franzi mit euren Teams, danke an eure tollen Hunde… es tut gut zu wissen, wie ernsthaft und mit wie viel Einsatz in unserem Land um das Wohlbefinden eines einzelnen Menschen gerungen wird, wo doch weltweit oft ein Menschenleben nichts mehr zählt.
Kleiner verrückter Chip, danke für deine Anwesenheit während der zwei Tage… du hast damit schützende Energie ins Geschehen gebracht.

Mir ist besonders wichtig mitzuteilen, dass ich nächste Woche wieder anfange, meine Arbeit aufzunehmen. Mir liegt viel daran, dass nicht erst große Berührungsängste mir gegenüber entstehen und sich alle selber überzeugen können, dass ich in einem körperlich und psychisch stabilen Zustand bin. Ich habe sehr nahe liebe Menschen mit u. a. traumatherapeutischen Ausbildungen um mich, so dass ich bei kleinsten Anzeichen reagieren kann, ohne erst lange auf Termine warten zu müssen;-).

Wichtig für unser Netzwerk in Weimar und darüber hinaus, für alle Mitarbeiter und Klienten:
Die Camsin-Arbeit geht weiter! Wir haben im letzten Jahr wieder viel geschafft, vieles was nicht offensichtlich ist, sondern hinter den Kulissen abläuft und Grundlage für die Entwicklung der Vereinsarbeit darstellt.

Eine unserer nahen, zukünftigen Aufgabe wird es sein zu klären: Wie sind solche Situationen in Zukunft zu vermeiden? Wie bekommen wir Informationen über Personen aus ihrer auch weiter zurück liegenden Vergangenheit, die über Diagnosen von Psychotherapeuten und Psychiatern hinausgehen? Welche Maßnahmen sollten wir intern treffen, um das Risiko für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu minimieren?

Fakt ist, dass wir in diesem Fall keine Informationen zur kriminellen Vergangenheit hatten. Fakt ist auch, dass wir bei begründetem Verdacht zur Vorgeschichte nachgefragt haben und schon Klienten, Praktikanten, Sozialstunden-Ableister abgelehnt haben, da wir uns nicht in der Lage sahen, die Betreuung ausreichend zu gewährleisten.

Das also wird uns in der nächsten Zeit beschäftigen. Wir nehmen gerne Hinweise entgegen von Einrichtungen und/oder Personen, die da schon einen Schritt weiter sind als wir bzw. sich auskennen mit den Rechtsgrundlagen. Dann bitte telefonisch oder per Mail bei uns melden.

Herzliche Grüße an alle, ab nächste Woche bin ich schon mal zeitweise für Camsin im Einsatz!

Evelyn Franke, Teamleiterin Camsin e.V. 04.12.16

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